Ein Neuzugang, der letztens bei mir gelandet ist, ist Anemopsis californica (Yerba mansa). Sie ist eine Pflanze, die von mehreren Gruppen der Native Americans in Kalifornien genutzt wurde, und besitzt eine Geschichte, die bis in die Zeit der Dinosaurier zurück reicht.

Anemopsis californica ist in der süd-westlichen Region der USA, aber auch im nördlichen Mexiko zu finden, wo sie oft sumpfige oder feuchte Lebensräume bewohnt. Die Pflanze gehört zu der sehr kleinen Familie der Eideschsenschwanzgewächse (Saururaceae), welche ihren Namen dem langen Blütenstand zu verdanken hat, die manche Arten dieser Familie besitzen.

Zu dieser Familie gehören neben Anemopsis die Gattungen Houttuynia, Gymnotheca und Saururus, welche nicht nur in Nordamerika sondern auch in Süd-Ost-Asien zu finden sind. Die Saururaceae sind eine sehr alte Familie – es wurden fossile Pollen von Saururus tuckerae (ist bereits ausgestorben) gefunden, die aus dem Eozän (vor ca. 56 Millionen Jahren – ca. 33 Millionen Jahren) stammen. Die fossilen Pollen von Saururus tuckerae aus dem Eozän waren bislang der einzige Fossilienfund dieser Art in Nordamerika. Bei einer späteren Untersuchung konnten auch wesentlich ältere fossile Pollen aus der oberen Kreidezeit im westlichen Nordamerika gefunden werden – einer Zeit in der die Dinosaurier noch die Erde beherrschten. Die Pollen aus der Kreidezeit sind den Pollen der lebenden Saururus-Arten sehr ähnlich und nahezu identisch mit dem Pollenfund von Saururus tuckerae aus dem Eozän, nur wesentlich älter. Die Pflanze, zu der dieser Pollen gehört, ist wahrscheinlich ein Vorfahr aller jetzt bestehender Saururaceae-Arten, inklusive Anemopsis californica. Somit besitzt Anemopsis californica eine Geschichte, die bis in die Zeit der Dinosaurier zurück zu reichen scheint. Sogar in Österreich gab es fossile Funde von Saururus aus dem Miozän (vor. ca. 23 Millionen Jahren bis ca. 5 Millionen Jahren), im Burgendland nahe Stoob.

Anscheinend wurde Yerba mansa früher bei einigen Gruppen der Native Americans sehr geschätzt. Die Wurzel der Pflanze wurde von mehreren Stämmen der Native Americans im Südwesten der USA genutzt. Zu diesen zählen beispielsweise die Kawaiisu, die Paitue, die Shoshone, die Pima aber auch die Chumash. Es wurden zum Beispiel mit dem Tee aus der Wurzel Schnitte und eitrige Wunden behandelt. Yerba mansa Tee wurde auch bei Erkältung und Husten getrunken und galt auch als blutreinigend. Yerba mansa wurde auch als heisses Bad bei rheumatischen Schmerzen angewendet und auch oft als Heilmittel bei Geschlechtskrankheiten beschrieben.

Noch hat mein Neuling keine seiner sehr schönen Blütenstände entfaltet, und sieht sehr unscheinbar aus. Dennoch hoffe ich, dass wenn nicht dieses Jahr noch, ich zumindest nächstes Jahr das Glück habe.

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