GardenShaman.eu - Blog, Katzenpflanzen, Indisches Brennkraut, Strahlengriffel, Heckenkirsche, Katzenminze, Katzengamander

   

Nicht nur wir Menschen mögen gute Düfte und haben einen Hang zu Rausch, nein auch viele Tiere fühlen sich von diesen beiden dingen angezogen. Ganz besonders fällt dies bei den mit uns eng zusammen lebenden Hauskatzen auf. Jeder Katzenaffine hat wohl schon einmal mitbekommen wie Baldrian und Katzenminze auf unsere Hausgenossen wirkt. Nicht nur diese beiden Pflanzen wirken anziehend auf Katzen, sondern einige andere Gewächse ebenso und mitunter sogar stärker, als Baldrian und Katzenminze. Allerdings mögen nicht alle Katzen die unten aufgeführten Pflanzen gleichermaßen gerne. Wie beim Menschen gibt es welche mit den unterschiedlichsten Vorlieben worauf sie „abfahren“.


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Um unbedachten Handeln der Katzenhalter vorzubeugen beziehe ich mich im Folgenden nur auf die Arten von denen nachweislich keine Gefährdung für die Gesundheit von Katzen ausgeht.
Abschließend, um dem Kind einen Namen zu geben, werden Pflanzen und Inhaltsstoffe die Katzen mögen, im englischen Cat Attractants, auf Deutsch Katzen Attraktoren, genannt. Attraktor (von lat. ad trahere = zu sich hin ziehen)


Baldrian
Baldrian (Valeriana officinalis) Baldrian ist eine krautige mehrjährige Pflanze, die fast in ganz Eurasien wie auch in Australien und Amerika in verschiedenen Arten wächst. Im Garten lässt es sich in der Regel einfach ansiedeln. Alle Teile der Pflanze sind nutzbar, besonders aber die Wurzel enthält die charakteristisch unangenehm riechenden Inhaltsstoffe. Katzen und im besonderen Kater erinnert ihr Pheromon ähnlicher Duft, an den Sexuallockstoff rolliger Katzen die zur Paarung bereit sind. Ein weiterer enthaltener Stoff mit für Katzen anregenden Eigenschaften ist das Alkaloid Actinidin.


Die Gefahr einer Abhängigkeit der Katze ist wie auch bei den anderen vorgestellten Kräutern nicht gegeben weil die Katze nach einiger Zeit die Lust von selbst darauf verlieren wird. Dass man solche Stoffe trotzdem nicht andauernd anbietet versteht sich wohl von selbst weil es den Stresspegel der Katze ansteigen lassen kann. Eine Besonderheit gilt es trotzdem zu beachten, und zwar, dass die Katze Baldrian nicht frisst, da durch die Aufnahme hoher Dosen die Leber massiv geschädigt werden kann.


Katzenminze

Katzenminze (Nepeta cataria) ist wohl neben Baldrian das bekannteste Kraut wenn es um Katzenkräuter geht. Im Garten wie in Töpfen lässt sie sich relativ einfach aus Samen anziehen wie auch aus Ablegern. Im Handel sind an die 250 Sorten der gemeinen Katzenminze erhältlich. Allerdings entzieht es sich meiner Kenntnis, ob sie alle gleich gut auf Katzen wirken.


Das in der Katzenminze enthaltene Nepetalacton bindet sich an die Geruchsrezeptoren der Katzen und verursacht in der Regel eine vorübergehende Wesensveränderung, die sich meistens verschmust verspielt aber auch aggressiv äußern kann. Wie schon beim Baldrian enthält Katzenminze ebenfalls Actinidin.
Eine Garantie das Katzenminze beim eigenen Stubentiger wirkt gibt es nicht und nicht wenige Katzen reagieren überhaupt nicht darauf.


Katzengamander
Der dem Thymian recht ähnlich sehende Katzengamander (Teucrium marum) stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum und hat schon vor längerer Zeit seinen Weg in unsere Gärten gefunden. An einem vollsonnigen Platz, in einem sandigen und gut durchlässigen Boden, fühlt sich diese Gamanderart am wohlsten. Generell sollte der Boden nicht zu feucht sein. Als typische Mittelmeerpflanze deuten schon die silbrig, leicht behaarten Blätter an, dass es sich um eine Pflanze handelt die gut mit Hitze und Sonnenglut zu recht kommt. Samen werden leicht angesetzt und Sämen sich leicht im Garten aus, ohne lästig zu werden.


Die beiden für unsere Stubentiger relevanten Stoffe Dolichodial und Teumarin lösen bei Katzen rauschähnliche Zustände aus, die nur wenige Minuten anhalten und scheinbar ohne Nebenwirkungen wieder verschwinden. Das getrocknete Kraut lässt sich ohne Wirkverlust gut trocknen und für eine spätere Verwendung aufbewahren.


Einige weniger bekannte Pflanzen die Katzen gut gefallen.


Indisches Brennkraut
Die Wurzel vom indischen Brennkraut (Acalypha indica) gilt mehr noch als die in Europa verbreitete Katzenminze in Süd- und Südostasien als ausgesprochen Katzen anregend. Die Pflanze lässt sich leicht sowohl aus Samen wie über Ableger ziehen. Als Tropenpflanze ist sie dementsprechend nicht winterhart. An Inhaltsstoffen finden sich Ioiridomyrmecin und Isodihydronepetalacton die beide eine deutliche Wirkung auf Katzen ausüben.


Japanischer Strahlengriffel
Der Japanische Strahlengriffel (Actinidia polygama), auch Silberwein, Duft-Kiwi oder Matatabi genannt, ist nahe mit der bei uns als Obst bekannten Kiwi Frucht Verwandt. Wie alle Actinidia Gewächse ist der Silberwein Frosthart. In allen Pflanzenteilen findet sich ein mannigfaltiger Cocktail an Duftstoffen (Actinidin, Iridomyrmecin, Matatabilacton, Dihydronepetalacton, Neonepetalacton und Nepetalacton). Jeder dieser Stoffe alleine übt schon eine Anziehende Wirkung auf Katzen aus. Daher gilt Matatabi als das stärkste und wirksamste aller Katzenkräuter.



Tatarische Heckenkirsche
Auf die Tatarische Heckenkirsche (Lonicera tatarica), einer frostharten Geißblatt Art, reagieren manche Katzen in ähnlicher Weise wie auf Katzenminze. Im Garten wächst sie problemlos an sonnigen wie an halbschattigen Stellen. Katzen interessieren sich für alle Teile der Pflanze, besonders für das Holz, das ein ätherisches, vermutlich Actinidin haltiges Öl enthält. Getrocknete Holzstücke lassen sich geruchsmäßig reaktivieren in dem man sie vor Gebrauch anfeuchtet. Vorsicht ist bei den Samen geboten die für Katze und Mensch giftig sind.


Minzen der Gattung Mentha sind für manche Katzen höchst interessant. Nicht nur das sie sich regelrecht in dem Kraut „Baden“, sie scheinen besonderen Gefallen an den Wurzeln zu haben. Was dieses Interesse auslöst scheint unbekannt zu sein. Eine unserer Katzen war so wild auf die Wurzeln das er, obwohl ansonsten äußerst friedlich, uns sogar attackierte wenn wir ihn daran hindern wollten.

Oliven, die Früchte des Olivenbaum (Olea europaea), enthalten wie auch die ganze Pflanze Isoprenoide, die chemisch ähnlich dem Nepetalacton in Katzenminze beruhigend narkotisch wirksam sind. Sollte also ihre Katze an ihrem Olivenbaum rum Kauen lassen sie sie gewähren. Es wird ihr sicherlich nicht schaden.


Noch einige Anmerkungen zu Nepetalacton, dem wichtigsten Inhaltstoff einiger der hier vorgestellten Pflanzen.

Interessanter Weise findet sich in adulten Exemplaren der Blattlaus Megoura viciae (Platterbsen-Blattlaus ) Nepetalacton als Pheromon. Allerdings wirkt auf die Blattlaus nur das(+) Isomer während Katzen sowohl auf das (+) als auch auf das (-) Isomer von Nepetalacton reagieren. Schlupfwespen die unter anderem Blattläuse als lebende Brutplätze parasitär nutzen, nehmen den Duft ebenfalls war. Diese Entdeckung führte zur Entwicklung von synthetischen Nepetalacton das in der Landwirtschaft gegen starken Blattlausbefall eingesetzt wird.

Ein weiteres Insekt mit einem gewissen Prozentsatz Nepetalacton sind Mantiden oder Gottesanbeterinen wie sie im deutschen genannt werde. Sie nutzen die Chemikalie als natürliche Abwehr gegen manche Fressfeinde.

Florfliegen werden von diesem Lockstoff regelrecht magisch zu Katzenminze Blüten hingezogen. Die enthaltenen Pheromone locken den Blattlausjäger als Bestäuber an. Gegen Flöhe, Mücken und Schabenartige soll Nepetalacton hingegen abschreckend wirken was den Wirkstoff somit als natürliches Insektizid interessant macht.

Ratten reagieren auf den Duft in vielen Fällen allergisch und es wird berichtet, dass reines Nepetalacton wie auch Ölansätze der Katzenminze, abschreckend wirkt.

Und wie wirkt die echte Katzenminze auf den Menschen?
In erster Linie entspannend, innere Unruhe senkend, krampflösend, fiebersenkend und verdauungsfördernd. Darüber hinaus gilt das Kraut als leicht Schmerzstillend. So sollen unteranderen zerkaute frische Blätter bei Zahnschmerzen lindernd wirken. Eine wenig bekannte Tatsache ist die abmildernde Wirkung bei Opioiden Entzugserscheinungen, die wenig verwundert wenn man weiß, dass Nepetalacton an Opioid Rezeptoren andockt.

Schnurrrr….


Text verfasst und bereichtgestellt von Autor: chronic
Weitere Infos und Diskussionsbeiträge zu diesem und ähnlichen Themen findest Du unter:
https://www.entheobotanik.net/

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