GardenShaman.eu - Theobroma cacao, Kakao, chocolate

Wenn man an „Schokolade“ denkt, kommen einem vielleicht zuerst süße Pralinen, zartschmelzende Schokoladetafeln oder auch ein heißer, wohlschmeckender Milchkakao in den Sinn. Schokolade ist quasi als Genussmittel nicht mehr wegzudenken, die Welt wäre ein wenig leerer ohne sie ;). Diese Genussprodukte werden aus den Samen des tropischen Baums Theobroma cacao hergestellt, welcher auf ein lange Geschichte der Nutzung durch die Menschen zurückblicken kann.

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Mann geht davon aus, dass sich die Gattung „Theobroma“ zuerst in Südamerika entwickelt hat, wobei die Art Theobroma cacao sich wohl vom oberen Amazonasbecken aus hinauf nach Zentralamerika verbreitet hat, entweder auf natürliche Art oder durch menschliches Zutun. Der Cacao Baum wurde früher von den Azteken als heilig betrachtet, der Naturforscher Carl von Linné benannte eben diesen Baum Theobroma, was soviel bedeutet wie „Nahrung der Götter“. Man nimmt an, dass Theobroma cacao in den Amerikas schon vor mindestens 2500 Jahren für die Menschen von Bedeutung war. Zumindest scheinen Abbildungen von Kakaoschoten auf eben 2500 Jahre alten Gefäßen in Peru gefunden worden zu sein. Der Cacao Baum wird in der mesoamerikanischen Ikonographie sogar dargestellt als ein kosmischer oder heiliger Baum, als Axis Mundi beziehungsweise Weltenbaum.

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GardenShaman.eu – Zeichnung: Cameron McNeil

In präkolumbianischer Zeit galt der Besitz von Cacao als Zeichen von Reichtum, Herrschaft und Macht. Cacao hatte einen so hohen Wert, sodass auch Kakaobohnen beispielsweise als Zahlungsmittel zum Einsatz kamen. Cacao war neben Mais im frühen Mesoamerika das wichtigste pflanzliche Nahrungsmittel. Cacao verband die Menschheit mit den Göttern – es wurde bei wichtigen Lebensereignissen genutzt, als ein Heilgetränk und auch als Luxusgut. Nach den Glaubensvorstellungen der Maya und Azteken war Cacao Teil des Schöpfungsmythos. Sie glaubten, dass die Götter die Menschen aus Mais, Cacao oder anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln geschaffen hätten, oder dass diese besonderen Pflanzen den Menschen von den Göttern gebracht wurden. Nach Auffassung der Menschen damals verbindet sich die Menschheit mit dem Göttlichen durch den Genuss von Cacao. Cacao schien auch bei religiösen Riten, wie zum Beispiel Heirats- oder Initiationszeremonien oder auch als Opfergabe an die Götter eine Rolle gespielt zu haben.

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Aus der Kolonialzeit gibt es einige Aufzeichnungen über Cacao-Getränke aus den Kakaobohnen, wie jene des spanischen Missionars Bartolomé de las Casas und des spanischen Arztes Fernando Hernandez, welcher sich 1572-1577 in Mexiko aufhielt, und ein Cacao-Rezept aufzeichnete. Dieses Rezept beschreibt 3 Pflanzen, die dazu benutzt wurden, um aztekische Cacao-Getränke zu aromatisieren: hueinacaztli Blume (Cymbopetalum penduliflorum), welche ähnlich würzig wie Peffer schmeckt; tlilxochitl Blume (Vanille); und mecaxochitl Blume (Piper sp.), eine Verwandte des schwarzen Pfeffers. Nach Hernandez wirkt dieses Getränk tonisierend, wärmt den Magen, beduftet den Atem, bekämpft Gifte und erleichtert Darmschmerzen und Koliken. In der frühen Kolonialzeit wurden auch verschiedene Additive genutzt um Cacao-Getränke zu aromatisieren, zum Beispiel Achiote Paste, Vanille, gemahlene Chilis, Honig, gemahlene Samen von Ceiba pentandra oder Pouteria sapota, die Frucht von Pimenta dioica und verschiedene aromatische Blüten wie Cymbopetalum penduliflorum, Piper sanctum, Quarariba funebris, Magnolia dealbata, Magnolia mexicana und Bourreria-Arten. Auch noch heute werden in Mesoamerika Cacao-Getränke, wie zum Beispiel „Tiste“ genossen, ein Getränk, welches aus Zucker, Kakaobohnen, Mais und Wasser gemacht, und mit Vanille, Zimt und Achiote Paste (Gewürzpaste) verfeinert wird.


Autor/in: DSP

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